shanghaipaperwingsblog


*grübel*
15. September 2011, 02:56
Einsortiert unter: Berlin

Hm… Ich hoffe, es ist kein Fehler, dass ich mal wieder auf mein Bauchgefühl vertraue aber wenn man Träume hat, sollte man doch versuchen, sie zu verwirklichen, oder?

Klingt sehr kryptisch, aber es wäre strategisch ungeschickt, mehr darüber zu verraten… Zumindest im Moment ;)



Hat wer mal nen Fiebermesser?
11. September 2011, 21:03
Einsortiert unter: Reisen, Shanghai

Ich glaub ich hab Fieber. Reisefieber!

Roby, ein shanghainesischer Kumpel, hat mir noch einen tollen Reisetipp gegeben, nachdem es wohl für Anjas Vorschlag eventuell zeitlich oder finanziell nicht hinhauen wird. Anjas Vorschlag war die Yunnan Provinz, genauer gesagt, Lijiang. Als mir Google ein paar Bilder dazu ausgespuckt hat, war ich sofort hin und weg!

(von google geklaut :P )

Hab dann Roby davon erzählt und meinte halt, dass das so weit weg wäre. Also hat er mir Xi’tang vorgeschlagen. Es liegt in der Nähe von Shanghai. Also mit dem Zug eine halbe Stunde entfernt. Sieht irgendwie so ein bisschen ähnlich aus wie Lijiang. Nur halt weniger modern und seeehr chinesisch :) Gefällt mir auf jeden Fall sehr gut! Und im Vergleich von einem Flugticket für 240 Euro nach Lijiang zu einem Zugticket nach Xi’tang für, sagen wir mal, 5 Euro ist das ja schon ein gewaltiger unterschied.

Hab mir grad den Wikipedia Artikel dazu angeschaut und muss sagen, dass ich jetzt umso begeisterter davon bin!

„Der Tourismus bildet eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt. Hauptsächlich besuchen Chinesen das Viertel mit seinen Kanälen auf denen Bootsfahrten angeboten werden. Nachts werden die Kanäle mit Laternen beleuchtet, es werden traditionelle Musikstücke aufgeführt und die Touristen lassen kleine Boote mit Kerzen zu Wasser oder Himmelslaternen steigen.“

„Unter Anderem gibt es eine Fabrik, in der Knöpfe für Textilien noch von Hand hergestellt werden. Diese Knopffabrik ist für den Publikumsverkehr zugänglich. Deshalb können Touristen den Handwerkern bei der Herstellung der Knöpfe zuschauen.“

Und Tom Cruise, der alte Sektenheini, hat dort wohl ein paar Szenen für Mission Impossible 3 gedreht. (Erinnert mich grad dran, dass da gestern dieser Verein wieder mal einen Stand auf dem Alexanderplatz aufgestellt hat. Schön mit Messgeräten und Dianetikbüchern. Würd mich ja gern mal „testen“ lassen ;D)

In den Häusern solls noch keine Elektrizität geben. Also ich sag ja schon lange, dass China, ausser in den Städten, noch relativ rückständig ist. Können sich wohl viele nicht vorstellen…


(nochmal von google geklaut)

Wenn man dort eh in der Nähe ist, dann kann man gleich auch noch in Suzhou (wo Adrian, Till und ich schon einmal waren) und Hangzhou vorbei schauen. Die zwei Städte sind ja in der Nähe von Shanghai.

Wär eigentlich ganz lustig, einfach mal irgendwo in einen Bus einzusteigen und zu gucken, wo man hin kommt.

Tjaja, wir werden sehn! :)



HOORAY! :D
25. August 2011, 16:30
Einsortiert unter: Berlin, Shanghai

Meine Damen und Herren…

Es ist vollbracht.

Ich habe gestern meinen Flug nach Shanghai gebucht!

Fast anderthalb Jahre hab ich drauf gewartet, endlich wieder nach China reisen zu können. Naja, gut, der Flug wird erst im nächsten März sein… Trotzdem bin ich schon wieder am rumträumen und planen.

Hab mir meinen Urlaub aufgespart und deshalb kann ich zum Glück gleich drei Wochen rüber und wer weiss… Vielleicht kommt Isa mit. Ich muss sie nur noch davon überzeugen ;) Das wär natürlich umso cooler, weil man dann nicht allein rumhängen muss, obwohl es ja relativ einfach ist, mit Leuten in Kontakt zu kommen und ein paar vereinzelnte, bekannte Seelen sind ja auch noch dort. Viele sind dieses und letztes Jahr wieder zurück gekehrt.

Heut abend treff ich mich mit Anna, meiner allerersten Mitbewohnerin. Dachte, ich werd sie nie wieder treffen!

Damals hat sie mir erzählt, dass sie in Berlin wohnt und dass ich auch mal hier sein werde, das stand ja vor zwei Jahren auch noch nicht fest. Letzten August ist sie noch mal für ein Jahr zum studieren nach Shanghai gereist. Vorgestern hatte ich dann die glorreiche Idee, sie mal per Skype anzuschreiben, ob sie denn noch im fernen China sei. „Ich bin zu Hause“ …Ööh, wie? Zu Hause? Berlin, oder was?! Tatsächlich wohnt sie wieder hier und ich freu mich voll, sie zu sehn! Bin sehr gespannt, was sie zu erzählen hat.

Oh. Schon wieder ein Tag später.

Das Treffen war tooooll! Und wie alle, die schon einmal in dieser riesigen, bunten Stadt waren, will Anna auch wieder zurück. Aber irgendwie wunderts mich ja nicht.

So, ich muss nun erst mal ein bisschen arbeiten. Macht ja sonst keiner für mich ;)



heidewitzka herr kapitän :P
22. April 2011, 17:23
Einsortiert unter: Berlin

Guten Morgen um viertelnach Elf!

Doch doch, ich leb auch noch. Pünktlich zum Frühsommer komm auch ich aus meinem Loch gekrochen. Geht ja auch fast nicht anders, wenns so hell draussen ist!

Da mich hier auch schon etwas der Alltag eingeholt hatte im Winter, gabs auch nicht unbedingt Relevantes zu berichten. Das ist schade. Aber da ich jetzt mit Isa, die ich von meiner Arbeit kenne, schon einiges unternommen habe und werde, gibts bestimmt wiedermal etwas zu erzählen! ;)

Werd heut Nachmittag im Park (siehe Foto unten, hehe) mal ein paar Gedanken zusammentragen und sie dann zu Tastatur bringen.

Ich hab euch auf jeden Fall nicht vergessen! Hab immer ein schlechtes Gewissen gehabt. *seufz*

Ich glaube, das war der zweite heisse Tag hier in Berlin. Wieviele Leute da unterwegs waren. Das kam mir alles noch viel voller vor, als in Shanghai. Vielleicht, weil die Wege nicht so breit gebaut sind. Aber wenn man gerne Leute beobachtet, ist das natürlich perfekt ;)

Nundenn, Zeit sich parat zu machen!

Habt erholsame und sonnige Oster-Tage!



haeppi nju jaer.
5. Januar 2011, 04:08
Einsortiert unter: Berlin

Verrückt! Ich hab ne Mail von WordPress gekriegt und da waren meine Statistiken drin… Alter Falter. Wieviele Leute den Blog angeschaut haben. Das ist ja einfach nur unglaublich! Dankeschön!

Mittlerweile wird es wohl nur noch ein tausendstel Bruchteil davon sein ;) Aber ein paar Treue sind ja noch übrig geblieben und das freut mich umso mehr.

Es gibt eigentlich im Moment auch keine wirklichen Neuigkeiten. Aber ich glaube, so langsam wird das auch mit dem Leute kennenlernen.
Hab Sylvester mit einer Arbeitskollegin und ihren Freunden verbracht (nachdem uns die Partey zu langweilig war) und mit ihr versteh ich mich ganz gut :) Für Freitag gibts schon eine Einladung für die nächste Partey! Juhu!

2011 wird hoffentlich besser als Ende 2010..

Das „Schlimme“ ist halt, dass ich einfach immernoch total der Shanghai-Zeit nachtrauere… GRAAHH! Hat vielleicht jemand ein paar tausend Euro übrig, überweist sie mir und ich geb sie fürn Flugticket und ein weiteres Semester aus? ;)

Achja, Berlin sieht grad aus wie eine verdammte Müllhalde. Hat hier eigentlich keiner Zeit mal die Strassen aufzuräumen? ;P Oder bleibt der Sylvesterschrott nu liegen, bis er von selbst zerfällt? Was ich allerdings toll finde ist, dass Leute draussen ihre Weihnachtsbäume nicht einfach hingeworfen, sondern schön in den Schnee gesteckt haben. Sieht sehr lustig aus!

Nundenn, treten wir dem neuen Jahr entgegen… und: Schaumermal!



weihnachtsgedöns
24. Dezember 2010, 07:13
Einsortiert unter: Uncategorized

Jaja, weil man das so macht, aber auch sonst so, wollt ich mal ne schöne Weihnachtszeit wünschen… Erholt euch gut und haut nicht allzusehr aufn Putz.. Schliesslich muss man da ja öh… wie nennt man das…? aaah, besinnlich sein!

Und falls wir uns vorher nicht mehr lesen: Guten Rutsch und lasst die Sau raus ;)



hmpfgrml.
21. Dezember 2010, 05:02
Einsortiert unter: Berlin

So, jetzt reichts.

Ich muss jetzt schreiben! Und mir die Zeit nehmen. Auch wenn ich wohl an die ganze Sache im Moment mit einer überwiegend negativen Einstellung rangehe.

Nun, ich lebe jetzt hier in Berlin seit Oktober offiziell.

Bis kurz vor Arbeitsbeginn war damals garnicht sicher, ob ich wirklich anfangen kann, weil mir noch ein paar Sachen fehlten, um überhaupt irgendeine Tätigkeit ausführen zu dürfen. Ich brauchte eine Krankenkasse und einen Sozialversicherungsausweis (heisst das Ding so?) und all so ein Quark. Natürlich hatte ich das alles nicht. Wie auch, wenn man an die Sache so naiv wie ich ran geht.

Nun musste ich also erstmal zum Amt und durfte erleben, dass es wirklich so ist, wie mans immer im Fernsehn sieht. Nervig. Ätzend.

Ich wartete eine halbe Ewigkeit im Bezirksamt Neukölln und als ich dran war, wollte sich so eine komische Gestalt vordrängeln. Dann kam ich halt bei einer anderen „netten“ Dame vom Amt dran. Sie wollte alles mögliche von mir haben, damit ich mich anmelden konnte, aber da ich ja nur ein Monat zur Zwischenmiete war, hatte ich keinen Mietvertrag.
Die meinte dann, dass ich mir eine Bestätigung von meiner Mitbewohnerin geben lassen müsse usw. Weiss nicht mehr genau, wie das alles da lief, aber als ich ihr nicht glaubte, dass ich zum Ausländeramt müsse, ging ich halt am nächsten Tag nochmal aufs Amt und hoffte, eine andere Beamtin zu bekommen, die mir bestätigt, dass das nicht so ist. Ich geriet saumässig unter Druck, weils schon so knapp vor Oktober war.
Also zog ich mir mal wieder ein Nümmerchen und um ein Haar geriet ich tatsächlich wieder an die gleiche Schalternummer. Zum Glück hatte ich eine Nummer höher und ging so ins Büro.
Ich fing erstmal an über die alte Hexe vom Tag davor zu motzen und dass ich ja recht gehabt hätte, und vonwegen dass ich zum Ausländeramt müsse. Im gleichen Moment hör ich von hinten eine Stimme: „JA UND DAFÜR HAB ICH SIE GESTERN BEVORZUGT!!“. Oh. Am Tisch gegenüber sass die Krähe von gestern. Was bin ich doch für ein Fettnapftalent. Hab dann ein bisschen zurückgemotzt und damit war für mich die Sache gegessen und ich kam mein Zeug ausgestellt.
Danach kurz bei der Krankenkasse angemeldet und ich konnte meinem Arbeitgeber die freudige Nachricht überbringen.

Ich hatte also am 1. Oktober meinen ersten Arbeitstag und ziemlich nervös machte ich mich von meiner WG auf den Weg zum Büro.

Allerdings hatte ich weder Arbeitsplatz, noch was zu tun aber das würde sich bestimmt noch ändern. Tat es auch. Aller Anfang ist zwar schwer, weil man nie vermuten würde, was hinter dieser ganzen Musikrechteverwaltung eigentlich steckt. Das ist alles unglaublich komplex! Aber es ist natürlich ganz cool gefordert zu werden. Das Problem ist nur, dass man am liebsten gleich von Anfang an alles wissen und können und weder fehler machen, noch sich blamieren will.
Was ich da genau arbeite, das ist einfach zu kompliziert zu erklären. Ich bin einfach die Datentippse ;)

Die Leute dort sind einfach der Hammer! Da die Firma erst gerade so richtig wächst, kennt man sich noch. Alle sind sehr freundlich und helfen, wenn man sie was fragt. Man hat auch jeden Tag was zu lachen und wenns geht essen wir meistens in einer kleinen Gruppe zusammen am Tisch in der Mittagspause. Das gefällt mir sehr gut.

Das ist leider einer der Punkte, die hier irgendwie nicht so rund laufen. Soziale Kontakte und sowas. Keine Ahnung woran es liegt, aber ich finde einfach keine Freunde. Vielleicht mach ich mir auch einfach zu viel Druck und dann kommt noch der Winter dazu und wenn man allein abends weg geht. Naja, könnt ihr euch ja denken, dass da keine grossen Freundschaften entstehen, weils komisch ist, wenn eine Frau alleine unterwegs ist.
Im Moment hab ich fast das Gefühl, dass ich leicht depressiv bin. Die ganze Sache lässt mich auch einfach so antriebslos werden und ich habe garkeine Motivation das zu ändern. Hab mir überlegt, einen Verein zu suchen. Aber was für einen?
Winzigkeiten schaffen es, mich auf die Palme zu bringen und das zieht mich einfach noch mehr runter und ich bin einfach extrem empfänglich für die schlechte Laune anderer.
Es widerspiegeln sich quasi meine ersten Wochen in Shanghai wieder, nur dass es hier schon fast seit Anfang so ist.
Ich will endlich wieder gute Laune haben und mir nicht 24h am Tag den Kopf über Scheiss zerbrechen. Aber ich hab keine Ahnung wie.

Letzten Freitag war eigentlich geplant, für ein Wochenende nach Hause zu fliegen. Natürlich hats nicht geklappt. Stand um 19 Uhr in der Warteschlange und hab um halb Elf eingecheckt. Um halb 12 dann die freundliche Nachricht, dass wir nicht fliegen können, wegen 00 Uhr-Regel und blah.
Wenigstens liessen mich meine Schlangesteh-Leidensgenossen wieder meinen alten Platz in der Kolonne, die auch um 23.30 noch nicht am Umbuchschalter waren, einnehmen und so dauerte es, glaube ich, noch eine halbe Stunde, bis wir endlich ankamen. Ich habe mein Geld zurückverlangt.

Und der Spass an der ganzen Sache ist: Ich will Donnerstag wieder nach Hause in die Schweiz fliegen. Nur siehts im Moment auch nicht besser aus als Freitag. Angst!

Wenn wir grad so schön am jammern sind: Berliner haben keine Ahnung von Schnee! So.



n paar bilder
26. September 2010, 23:33
Einsortiert unter: Berlin

Da meine Gallery grad down ist, lad ich hier noch ein paar Impressionen hoch :)
Mobile Würstchenverkäufer! Sind mir irgendwie suspekt ;) Aber die stehn überall rum am Alexanderplatz zum Beispiel…


Ein bisschen grün ist Berlin auch. Schöner, kleinerPark in Friedrichshain! An dem Tag wars sogar noch warm.


Süüüüüüss! :D


An Kreativität mangelts hier echt nicht. Sowas macht die Stadt wirklich lebendig.


Fragt mich nich, was das fürn Ding ist, aber es sieht nach Kultur aus und ist in der Nähe meines neuen Arbeitsplatzes!

Seifenblasen!


Whoaooo, die warn echt super! Sowas sollts bei uns, also in der Schweiz, auch öfter mal geben…

Hoffentlich komm ich demnächst öfter mal dazu, Fotos zu schiessen!



Berlinpaperwings – die Erste
26. September 2010, 23:16
Einsortiert unter: Berlin

Eintrag vom 23. September 2010:

Man muss ja schon eine gewisse Naivität an den tag legen, sowas zu tun, wie es mir vor einigen Wochen in den Sinn gekommen ist.

Der Wunsch, für eine Weile nach Deutschland zu gehen, der war eigentlich schon seit Jahren vorhanden, aber ich hätte nicht erwartet, dass es jetzt doch so schnell passieren würde.

Da ich ja eh auf Arbeitssuche war, schrieb ich ein paar Bewerbungen in den grossen Kanton. Es sollte nichts ausserordentliches sein. Ein Job im Büro war mein Ziel. Weg vom Einzelhandel! Von mir aus auch erst simple Datenerfassung! Bewerbungsschreiben nach Hamburg, Nürnberg, Köln, Minden etc. waren schliesslich nicht wirklich erfolgreich und da ich mir das nun echt in den Kopf gesetzt hatte, konnte ich doch nicht einfach so aufgeben. So beschloss ich, relativ spontan, nach Berlin zu fahren. Da ich dort jemanden hatte, bei dem ich wohnen konnte für einige Zeit.

 Ausserdem gefiel mir Berlin bisher ganz gut. War schon einige male dort, wobei das ja immer noch was anderes ist, als wenn man für längere Zeit rüber will. Das war ja wieder was ähnliches, wie damals mit Shanghai, mit der Ausnahme, dass ich nun jobmässig vorankommen wollte.

Nun, innerhalb zweier Wochen entschied ich mich für den Schritt und packte meine sieben Sachen. Der Flug nach Berlin war erstaunlich günstig! Airberlin hat der Swiss übrigens schon längst den Rang abgelaufen. Und das nicht nur im Preis.

Mit einem grossen Koffer, meinem Rucksack und meiner Tasche, ein paar Klamotten, einen Ordner mit wichtigen Unterlagen, bündner Gerstensuppe, den praktischen Wäscheaufhängdingern aus China, Schokolade und Bier trat ich die Reise ins quasi ungewisse an.  

Rieke, die Freundin, die mich für eine Weile aufnahm, holte mich vom Flughafen ab. Es war gut, jemanden hier zu kennen. Ich bin ihr auch wirklich sehr dankbar für alles!

Am übernächsten Tag machte ich mich also an die Arbeit. Suchte Jobanzeigen im Internet und bewarb mich wie blöd. Irgendwann erfuhr ich, dass in Deutschland private Arbeitsvermittlungen einen Vermittlungsgutschein verlangten, den man als Arbeitsloser vom Arbeitsamt kriegt, um dann den Job vermittelt zu bekommen. Ohne Gutschein müsste man selber in die Tasche greifen. Woher nimmt man bitte die 2000 Euro? Da fast alle anzeigen so einen Gutschein verlangten, wuchs meine Verzweiflung und ich schmiedete schon Pläne, wie ich das wohl anstellen könnte, diesen zu bekommen.
Ich würde endlich den deutschen Pass, der mir im Übrigen wirklich zusteht, beantragen und dann zum Arbeitsamt gehen. Sollen die doch die Kohle locker machen!

Nach einer Woche und unzähligen emotionalen Hochs und Tiefs, wurde ich von einem Typen zu seiner Arbeitsvermittlung eingeladen. Er bot mir quasi eine Stelle an, auf die ich mich nicht beworben hatte, die aber ganz interessant klang. Das Gespräch dauerte allerdings nur etwa 10 Minuten, und er würde sich dann bei mir melden. Hat er bis heute nicht gemacht.

Einen Tag später bekam ich einen Anruf von Frau Hartmann. Ich hatte mich bei ihrer Zeitarbeitsfirma für einen Job in der Datenerfassung beworben. Erstmal war mir das nicht so unbedingt bewusst, dass es um Zeitarbeit ging. So bin ich dann erstmal ins Fettnäpfchen getreten, als ich gefragt hab, was Arbeitnehmerüberlassung ist. ;) Aber war nicht weiter schlimm.

Sie lud mich zu einem Gespräch ein, indem ich mich erstmal vorstellen sollte. Die Firma ist mitten in Berlin und nicht so einfach zu finden. Allerdings machte ich mich zwei Stunden früher auf den Weg. Frau Hartmann begrüsste mich, ging mit mir ins Büro und sie stellte sich und das Unternehmen vor. Mir ging das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, weil ich das alles so toll fand. Sie war darob ein wenig irritiert und fragte mich, wieso ich so grinse. Zweites Fettnäpfchen!
Sie meinte zu mir, sie wären keine Firma, die etliche Leute an einem Tag einlädt und das schon was heissen würde, wenn man mal eingeladen wird. Mir kam alles wirklich sehr seriös und sympathisch vor und sie fragte mich auch, ob ich bisher schon mal irgendwo eingeladen wurde. Ich erzählte ihr also von dem Erlebnis bei dem Vermittlungstypen und sie schaute schon ein wenig skeptisch drein. Sie ging mit mir den Lebenslauf durch und gab mir sehr gute Tipps, wie ich den noch verändern sollte. Ausserdem wollte sie noch drei Referenzen von mir haben, damit sie die anrufen konnte. Hätte wirklich nie im Leben gedacht, dass sie das auch wirklich tun würde. Hat sie aber. Und zwar hat sie am nächsten Tag genau die, von der ich nie dachte, dass sie sie nehmen würde. Gottseidank war die Person voll des Lobes ;) (Merci Nicole :D )

Nach dem Gespräch offerierte sie mir noch die Möglichkeit, die firmeninterne E-learningplattform nützen zu können, was ich natürlich dankend annahm. So kann man im Bürobereich noch einiges dazu lernen und das erst noch gratis.
Nunja, sie rief mich an und berichtete mir, wem sie meine Unterlagen weiterleiten würde, was auch ihr Arbeitskollege tat. Somit wurde ich schon innert kürzester Zeit drei Firmen empfohlen. Ein Tag später rief sie wieder an. Noch eine Firma.

 Ein paar Tage später klingelte mich das Telefon, wie immer, peinlicherweise aus dem Schlaf und ich musste natürlich irgendwie wach klingen. Garnichtmal so einfach! So nahm ich mir vor, früher aufzustehn, um solchen Vorfällen vorzubeugen, hehe.

Jedenfalls meinte Frau Hartmann, dass ich mich bei einem Musikrechteverwaltungsverlag vorstellen soll. Sie hätte nur in den besten Tönen von mir geredet und die wären auch sehr begeistert von mir. Nahm das nun Druck von mir, oder erhöhte es den Druck nur noch umso mehr? Ich konnte es nicht genau einordnen.

Netterweise bekam ich noch eine e-Mail mit genaueren Infos und sehr nützlichen Tipps, wie ich mich verhalten soll, und was ich zum Beispiel fragen könnte. So recherchierte ich im Internet, um mir Infos über die Firma zu holen, schrieb mir eine A5 Seite voll auf. Notierte mir diverse Fragen und positive und negative Eigenschaften von mir. Ich war erstaunlich wenig nervös. Ausserdem kriegt man nicht jeden Tag die Chance bei so einer Firma vorbeizuschauen.

Bei dem Job ging es darum, dass man gut mit Excel zurecht kommt, Englisch kann, und eine gewisse Computeraffinität an den Tag legt. Datenpflege halt. Ich fand die Beschreibung jedenfalls sehr ansprechend und umso mehr freute ich mich auf das Vorstellungsgespräch!

Klassisch-Elegant gekleidet (jedenfalls gab ich mir echt Mühe) traf ich bei BMG ein und wurde sehr freundlich empfangen. Die Büros waren sehr hell und gross. Ich beobachtete die Leute im vorbeigehen, damit ich wusste, wie die wohl gekleidet waren. So konnte ich mir schon mal eine Frage beantworten. Sie waren eher légère angezogen. Phuu. Sehr gut!

Nun sassen wir am Tisch. Nein, nicht zu zweit. Ich durfte mich zwei Personen stellen. Jedenfalls brauchte ich keine Schweissflecken unterm schicken schwarzen Pulli zu produzieren. Es waren nämlich beide Frauen sehr nett! Sie erzählten sehr viel, ich erzählte auch ein paar Dinge und wurde darin bestärkt, dass das wirklich ein toller Job für mich wäre!

Nach einer knappen Stunde verabschiedeten wir uns. Irgendwann hab ich mal in der Schule gelernt, je länger das Gespräch dauert, desto besser ists. Hm. War eine Stunde lange genug? Ich rief Frau Hartmann an, um sie auf ihre Bitte hin zu informieren, wies lief. Eigentlich wollte sich BMG nächste Woche bei ihr melden. Frau Hartmann rief die aber kurz danach an und dann mich wieder. Sie erzählte, dass ich den Job wohl bekommen würde. Ich war sprachlos. Wieso ging das jetzt so schnell?

Nun, zwei Tage später, hatte ich noch nichts von BMG gehört. Frau Hartmann rief mich morgens an. BASF wollte mich zum Vorstellungsgespräch einladen. Wir berieten uns kurz und waren der Meinung, dass ich dies wohl wahrnehmen sollte, da wir ja doch nicht definitiv wussten, ob das nun wirklich klappen würde. Am Nachmittag ein Anruf von Frau Hartmann. Sie konnte BMG nicht erreichen, wollte mir den Termin von BASF verraten und mitten im Satz meinte sie, dass BMG grad zurückruft und wir legten schnell auf. Einige Minuten später. Anruf von Frau Hartmann. Sie beglückwünschte mich zu meinem neuen Job, welchen ich am 1. Oktober beginnen würde und freute sich ebenfalls mit mir. Klar, sie wird dafür auch ihr Geld kassieren, aber wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich innert anderthalb Wochen einen Job vermittelt kriegen würde, hätt ich gelacht!

Ich fragte sie natürlich noch kleinlaut nach meinem Gehalt, da ich bei BMG darauf spekulierte, diese Frage im eventuellen Zweitgespräch zu stellen. Es wird auf jedenfall mehr, als ich erhofft hatte und ich werde auch davon leben können! Für den Anfang ist das ja schon mal echt super!

Kanns irgendwie gar nicht glauben, dass ich bei so einer Hammerfirma arbeiten werde! Sooo toll!

Nun sitze ich im Flughafen auf dem Boden neben der Steckdose für meinen Lappystrom und schreibe endlich mal wieder einen Eintrag für den Blog. Wollts schon lange tun aber hatte so viel um die Ohren, dass das echt nicht möglich war.

Tja, 90% der Leute, die erfahren haben, dass ich nach Berlin will, um Arbeit zu suchen meinten: „WASSSS?!! Bist du verrückt? In der Schweiz isses doch viel besser! Und du verdienst viel, viel mehr!“ Naja, ich bin lieber hier im tollen Berlin mit tollem Job anstatt im hinterletzten Kuhdorf (oder Zürich) im Supermarkt an der Kasse, weil ich nichts anständiges finde. Ich habe grosse Pläne. Will endlich im Büro arbeiten und mich dort weiterentwickeln! Ausserdem ist nicht jeder Schweizer Millionär und es fliesst auch nicht Milch und Honig ausm Wasserhahn. In Berlin steige ich in die S-Bahn und bin innerhalb weniger Minuten überall! Und das quasi 24h am Tag. Lebensmittel sind bezahlbar und obwohl angeblich Berlin als teuer gilt, denk ich, dass man hier ordentlich leben kann. Ausserdem gehts hier etwas lockerer zu und es ist alles ein bisschen individueller. Man sieht zwar, dass RTL2-Sendungen durchaus Realität sein können. Assibräute und böse Checker gibts hier ja wirklich, höhö! 

Hab mir dann übrigens nach knapp zwei Wochen bei Rieke ne WG für einen Monat zur Zwischenmiete gesucht, da sie auch mal wieder ihre Ruhe wollte (und ich meine ;) und kann nun endlich was Eigenes suchen! Meine eigenen vier Wände! Hoffentlich klappt das nun auch noch.

Wir werden sehn!



kurzinfo
16. Juli 2010, 07:27
Einsortiert unter: Schweiz

Hello!

Da ich ja im Moment nicht so fleissig blogge und mich vielleicht jemand vermisst – höhö – dacht ich, ich geb hier mal meine ICQ-Nummer bekannt… Wer mag, kann mich ja adden!

sechs_acht_eins_eins_acht_drei_drei_null!

:)




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