shanghaipaperwingsblog


n paar bilder
26. September 2010, 23:33
Einsortiert unter: Berlin

Da meine Gallery grad down ist, lad ich hier noch ein paar Impressionen hoch :)
Mobile Würstchenverkäufer! Sind mir irgendwie suspekt ;) Aber die stehn überall rum am Alexanderplatz zum Beispiel…


Ein bisschen grün ist Berlin auch. Schöner, kleinerPark in Friedrichshain! An dem Tag wars sogar noch warm.


Süüüüüüss! :D


An Kreativität mangelts hier echt nicht. Sowas macht die Stadt wirklich lebendig.


Fragt mich nich, was das fürn Ding ist, aber es sieht nach Kultur aus und ist in der Nähe meines neuen Arbeitsplatzes!

Seifenblasen!


Whoaooo, die warn echt super! Sowas sollts bei uns, also in der Schweiz, auch öfter mal geben…

Hoffentlich komm ich demnächst öfter mal dazu, Fotos zu schiessen!



Berlinpaperwings – die Erste
26. September 2010, 23:16
Einsortiert unter: Berlin

Eintrag vom 23. September 2010:

Man muss ja schon eine gewisse Naivität an den tag legen, sowas zu tun, wie es mir vor einigen Wochen in den Sinn gekommen ist.

Der Wunsch, für eine Weile nach Deutschland zu gehen, der war eigentlich schon seit Jahren vorhanden, aber ich hätte nicht erwartet, dass es jetzt doch so schnell passieren würde.

Da ich ja eh auf Arbeitssuche war, schrieb ich ein paar Bewerbungen in den grossen Kanton. Es sollte nichts ausserordentliches sein. Ein Job im Büro war mein Ziel. Weg vom Einzelhandel! Von mir aus auch erst simple Datenerfassung! Bewerbungsschreiben nach Hamburg, Nürnberg, Köln, Minden etc. waren schliesslich nicht wirklich erfolgreich und da ich mir das nun echt in den Kopf gesetzt hatte, konnte ich doch nicht einfach so aufgeben. So beschloss ich, relativ spontan, nach Berlin zu fahren. Da ich dort jemanden hatte, bei dem ich wohnen konnte für einige Zeit.

 Ausserdem gefiel mir Berlin bisher ganz gut. War schon einige male dort, wobei das ja immer noch was anderes ist, als wenn man für längere Zeit rüber will. Das war ja wieder was ähnliches, wie damals mit Shanghai, mit der Ausnahme, dass ich nun jobmässig vorankommen wollte.

Nun, innerhalb zweier Wochen entschied ich mich für den Schritt und packte meine sieben Sachen. Der Flug nach Berlin war erstaunlich günstig! Airberlin hat der Swiss übrigens schon längst den Rang abgelaufen. Und das nicht nur im Preis.

Mit einem grossen Koffer, meinem Rucksack und meiner Tasche, ein paar Klamotten, einen Ordner mit wichtigen Unterlagen, bündner Gerstensuppe, den praktischen Wäscheaufhängdingern aus China, Schokolade und Bier trat ich die Reise ins quasi ungewisse an.  

Rieke, die Freundin, die mich für eine Weile aufnahm, holte mich vom Flughafen ab. Es war gut, jemanden hier zu kennen. Ich bin ihr auch wirklich sehr dankbar für alles!

Am übernächsten Tag machte ich mich also an die Arbeit. Suchte Jobanzeigen im Internet und bewarb mich wie blöd. Irgendwann erfuhr ich, dass in Deutschland private Arbeitsvermittlungen einen Vermittlungsgutschein verlangten, den man als Arbeitsloser vom Arbeitsamt kriegt, um dann den Job vermittelt zu bekommen. Ohne Gutschein müsste man selber in die Tasche greifen. Woher nimmt man bitte die 2000 Euro? Da fast alle anzeigen so einen Gutschein verlangten, wuchs meine Verzweiflung und ich schmiedete schon Pläne, wie ich das wohl anstellen könnte, diesen zu bekommen.
Ich würde endlich den deutschen Pass, der mir im Übrigen wirklich zusteht, beantragen und dann zum Arbeitsamt gehen. Sollen die doch die Kohle locker machen!

Nach einer Woche und unzähligen emotionalen Hochs und Tiefs, wurde ich von einem Typen zu seiner Arbeitsvermittlung eingeladen. Er bot mir quasi eine Stelle an, auf die ich mich nicht beworben hatte, die aber ganz interessant klang. Das Gespräch dauerte allerdings nur etwa 10 Minuten, und er würde sich dann bei mir melden. Hat er bis heute nicht gemacht.

Einen Tag später bekam ich einen Anruf von Frau Hartmann. Ich hatte mich bei ihrer Zeitarbeitsfirma für einen Job in der Datenerfassung beworben. Erstmal war mir das nicht so unbedingt bewusst, dass es um Zeitarbeit ging. So bin ich dann erstmal ins Fettnäpfchen getreten, als ich gefragt hab, was Arbeitnehmerüberlassung ist. ;) Aber war nicht weiter schlimm.

Sie lud mich zu einem Gespräch ein, indem ich mich erstmal vorstellen sollte. Die Firma ist mitten in Berlin und nicht so einfach zu finden. Allerdings machte ich mich zwei Stunden früher auf den Weg. Frau Hartmann begrüsste mich, ging mit mir ins Büro und sie stellte sich und das Unternehmen vor. Mir ging das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, weil ich das alles so toll fand. Sie war darob ein wenig irritiert und fragte mich, wieso ich so grinse. Zweites Fettnäpfchen!
Sie meinte zu mir, sie wären keine Firma, die etliche Leute an einem Tag einlädt und das schon was heissen würde, wenn man mal eingeladen wird. Mir kam alles wirklich sehr seriös und sympathisch vor und sie fragte mich auch, ob ich bisher schon mal irgendwo eingeladen wurde. Ich erzählte ihr also von dem Erlebnis bei dem Vermittlungstypen und sie schaute schon ein wenig skeptisch drein. Sie ging mit mir den Lebenslauf durch und gab mir sehr gute Tipps, wie ich den noch verändern sollte. Ausserdem wollte sie noch drei Referenzen von mir haben, damit sie die anrufen konnte. Hätte wirklich nie im Leben gedacht, dass sie das auch wirklich tun würde. Hat sie aber. Und zwar hat sie am nächsten Tag genau die, von der ich nie dachte, dass sie sie nehmen würde. Gottseidank war die Person voll des Lobes ;) (Merci Nicole :D )

Nach dem Gespräch offerierte sie mir noch die Möglichkeit, die firmeninterne E-learningplattform nützen zu können, was ich natürlich dankend annahm. So kann man im Bürobereich noch einiges dazu lernen und das erst noch gratis.
Nunja, sie rief mich an und berichtete mir, wem sie meine Unterlagen weiterleiten würde, was auch ihr Arbeitskollege tat. Somit wurde ich schon innert kürzester Zeit drei Firmen empfohlen. Ein Tag später rief sie wieder an. Noch eine Firma.

 Ein paar Tage später klingelte mich das Telefon, wie immer, peinlicherweise aus dem Schlaf und ich musste natürlich irgendwie wach klingen. Garnichtmal so einfach! So nahm ich mir vor, früher aufzustehn, um solchen Vorfällen vorzubeugen, hehe.

Jedenfalls meinte Frau Hartmann, dass ich mich bei einem Musikrechteverwaltungsverlag vorstellen soll. Sie hätte nur in den besten Tönen von mir geredet und die wären auch sehr begeistert von mir. Nahm das nun Druck von mir, oder erhöhte es den Druck nur noch umso mehr? Ich konnte es nicht genau einordnen.

Netterweise bekam ich noch eine e-Mail mit genaueren Infos und sehr nützlichen Tipps, wie ich mich verhalten soll, und was ich zum Beispiel fragen könnte. So recherchierte ich im Internet, um mir Infos über die Firma zu holen, schrieb mir eine A5 Seite voll auf. Notierte mir diverse Fragen und positive und negative Eigenschaften von mir. Ich war erstaunlich wenig nervös. Ausserdem kriegt man nicht jeden Tag die Chance bei so einer Firma vorbeizuschauen.

Bei dem Job ging es darum, dass man gut mit Excel zurecht kommt, Englisch kann, und eine gewisse Computeraffinität an den Tag legt. Datenpflege halt. Ich fand die Beschreibung jedenfalls sehr ansprechend und umso mehr freute ich mich auf das Vorstellungsgespräch!

Klassisch-Elegant gekleidet (jedenfalls gab ich mir echt Mühe) traf ich bei BMG ein und wurde sehr freundlich empfangen. Die Büros waren sehr hell und gross. Ich beobachtete die Leute im vorbeigehen, damit ich wusste, wie die wohl gekleidet waren. So konnte ich mir schon mal eine Frage beantworten. Sie waren eher légère angezogen. Phuu. Sehr gut!

Nun sassen wir am Tisch. Nein, nicht zu zweit. Ich durfte mich zwei Personen stellen. Jedenfalls brauchte ich keine Schweissflecken unterm schicken schwarzen Pulli zu produzieren. Es waren nämlich beide Frauen sehr nett! Sie erzählten sehr viel, ich erzählte auch ein paar Dinge und wurde darin bestärkt, dass das wirklich ein toller Job für mich wäre!

Nach einer knappen Stunde verabschiedeten wir uns. Irgendwann hab ich mal in der Schule gelernt, je länger das Gespräch dauert, desto besser ists. Hm. War eine Stunde lange genug? Ich rief Frau Hartmann an, um sie auf ihre Bitte hin zu informieren, wies lief. Eigentlich wollte sich BMG nächste Woche bei ihr melden. Frau Hartmann rief die aber kurz danach an und dann mich wieder. Sie erzählte, dass ich den Job wohl bekommen würde. Ich war sprachlos. Wieso ging das jetzt so schnell?

Nun, zwei Tage später, hatte ich noch nichts von BMG gehört. Frau Hartmann rief mich morgens an. BASF wollte mich zum Vorstellungsgespräch einladen. Wir berieten uns kurz und waren der Meinung, dass ich dies wohl wahrnehmen sollte, da wir ja doch nicht definitiv wussten, ob das nun wirklich klappen würde. Am Nachmittag ein Anruf von Frau Hartmann. Sie konnte BMG nicht erreichen, wollte mir den Termin von BASF verraten und mitten im Satz meinte sie, dass BMG grad zurückruft und wir legten schnell auf. Einige Minuten später. Anruf von Frau Hartmann. Sie beglückwünschte mich zu meinem neuen Job, welchen ich am 1. Oktober beginnen würde und freute sich ebenfalls mit mir. Klar, sie wird dafür auch ihr Geld kassieren, aber wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich innert anderthalb Wochen einen Job vermittelt kriegen würde, hätt ich gelacht!

Ich fragte sie natürlich noch kleinlaut nach meinem Gehalt, da ich bei BMG darauf spekulierte, diese Frage im eventuellen Zweitgespräch zu stellen. Es wird auf jedenfall mehr, als ich erhofft hatte und ich werde auch davon leben können! Für den Anfang ist das ja schon mal echt super!

Kanns irgendwie gar nicht glauben, dass ich bei so einer Hammerfirma arbeiten werde! Sooo toll!

Nun sitze ich im Flughafen auf dem Boden neben der Steckdose für meinen Lappystrom und schreibe endlich mal wieder einen Eintrag für den Blog. Wollts schon lange tun aber hatte so viel um die Ohren, dass das echt nicht möglich war.

Tja, 90% der Leute, die erfahren haben, dass ich nach Berlin will, um Arbeit zu suchen meinten: „WASSSS?!! Bist du verrückt? In der Schweiz isses doch viel besser! Und du verdienst viel, viel mehr!“ Naja, ich bin lieber hier im tollen Berlin mit tollem Job anstatt im hinterletzten Kuhdorf (oder Zürich) im Supermarkt an der Kasse, weil ich nichts anständiges finde. Ich habe grosse Pläne. Will endlich im Büro arbeiten und mich dort weiterentwickeln! Ausserdem ist nicht jeder Schweizer Millionär und es fliesst auch nicht Milch und Honig ausm Wasserhahn. In Berlin steige ich in die S-Bahn und bin innerhalb weniger Minuten überall! Und das quasi 24h am Tag. Lebensmittel sind bezahlbar und obwohl angeblich Berlin als teuer gilt, denk ich, dass man hier ordentlich leben kann. Ausserdem gehts hier etwas lockerer zu und es ist alles ein bisschen individueller. Man sieht zwar, dass RTL2-Sendungen durchaus Realität sein können. Assibräute und böse Checker gibts hier ja wirklich, höhö! 

Hab mir dann übrigens nach knapp zwei Wochen bei Rieke ne WG für einen Monat zur Zwischenmiete gesucht, da sie auch mal wieder ihre Ruhe wollte (und ich meine ;) und kann nun endlich was Eigenes suchen! Meine eigenen vier Wände! Hoffentlich klappt das nun auch noch.

Wir werden sehn!




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