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So, jetzt reichts.
Ich muss jetzt schreiben! Und mir die Zeit nehmen. Auch wenn ich wohl an die ganze Sache im Moment mit einer überwiegend negativen Einstellung rangehe.
Nun, ich lebe jetzt hier in Berlin seit Oktober offiziell.
Bis kurz vor Arbeitsbeginn war damals garnicht sicher, ob ich wirklich anfangen kann, weil mir noch ein paar Sachen fehlten, um überhaupt irgendeine Tätigkeit ausführen zu dürfen. Ich brauchte eine Krankenkasse und einen Sozialversicherungsausweis (heisst das Ding so?) und all so ein Quark. Natürlich hatte ich das alles nicht. Wie auch, wenn man an die Sache so naiv wie ich ran geht.
Nun musste ich also erstmal zum Amt und durfte erleben, dass es wirklich so ist, wie mans immer im Fernsehn sieht. Nervig. Ätzend.
Ich wartete eine halbe Ewigkeit im Bezirksamt Neukölln und als ich dran war, wollte sich so eine komische Gestalt vordrängeln. Dann kam ich halt bei einer anderen “netten” Dame vom Amt dran. Sie wollte alles mögliche von mir haben, damit ich mich anmelden konnte, aber da ich ja nur ein Monat zur Zwischenmiete war, hatte ich keinen Mietvertrag.
Die meinte dann, dass ich mir eine Bestätigung von meiner Mitbewohnerin geben lassen müsse usw. Weiss nicht mehr genau, wie das alles da lief, aber als ich ihr nicht glaubte, dass ich zum Ausländeramt müsse, ging ich halt am nächsten Tag nochmal aufs Amt und hoffte, eine andere Beamtin zu bekommen, die mir bestätigt, dass das nicht so ist. Ich geriet saumässig unter Druck, weils schon so knapp vor Oktober war.
Also zog ich mir mal wieder ein Nümmerchen und um ein Haar geriet ich tatsächlich wieder an die gleiche Schalternummer. Zum Glück hatte ich eine Nummer höher und ging so ins Büro.
Ich fing erstmal an über die alte Hexe vom Tag davor zu motzen und dass ich ja recht gehabt hätte, und vonwegen dass ich zum Ausländeramt müsse. Im gleichen Moment hör ich von hinten eine Stimme: “JA UND DAFÜR HAB ICH SIE GESTERN BEVORZUGT!!”. Oh. Am Tisch gegenüber sass die Krähe von gestern. Was bin ich doch für ein Fettnapftalent. Hab dann ein bisschen zurückgemotzt und damit war für mich die Sache gegessen und ich kam mein Zeug ausgestellt.
Danach kurz bei der Krankenkasse angemeldet und ich konnte meinem Arbeitgeber die freudige Nachricht überbringen.
Ich hatte also am 1. Oktober meinen ersten Arbeitstag und ziemlich nervös machte ich mich von meiner WG auf den Weg zum Büro.
Allerdings hatte ich weder Arbeitsplatz, noch was zu tun aber das würde sich bestimmt noch ändern. Tat es auch. Aller Anfang ist zwar schwer, weil man nie vermuten würde, was hinter dieser ganzen Musikrechteverwaltung eigentlich steckt. Das ist alles unglaublich komplex! Aber es ist natürlich ganz cool gefordert zu werden. Das Problem ist nur, dass man am liebsten gleich von Anfang an alles wissen und können und weder fehler machen, noch sich blamieren will.
Was ich da genau arbeite, das ist einfach zu kompliziert zu erklären. Ich bin einfach die Datentippse
Die Leute dort sind einfach der Hammer! Da die Firma erst gerade so richtig wächst, kennt man sich noch. Alle sind sehr freundlich und helfen, wenn man sie was fragt. Man hat auch jeden Tag was zu lachen und wenns geht essen wir meistens in einer kleinen Gruppe zusammen am Tisch in der Mittagspause. Das gefällt mir sehr gut.
Das ist leider einer der Punkte, die hier irgendwie nicht so rund laufen. Soziale Kontakte und sowas. Keine Ahnung woran es liegt, aber ich finde einfach keine Freunde. Vielleicht mach ich mir auch einfach zu viel Druck und dann kommt noch der Winter dazu und wenn man allein abends weg geht. Naja, könnt ihr euch ja denken, dass da keine grossen Freundschaften entstehen, weils komisch ist, wenn eine Frau alleine unterwegs ist.
Im Moment hab ich fast das Gefühl, dass ich leicht depressiv bin. Die ganze Sache lässt mich auch einfach so antriebslos werden und ich habe garkeine Motivation das zu ändern. Hab mir überlegt, einen Verein zu suchen. Aber was für einen?
Winzigkeiten schaffen es, mich auf die Palme zu bringen und das zieht mich einfach noch mehr runter und ich bin einfach extrem empfänglich für die schlechte Laune anderer.
Es widerspiegeln sich quasi meine ersten Wochen in Shanghai wieder, nur dass es hier schon fast seit Anfang so ist.
Ich will endlich wieder gute Laune haben und mir nicht 24h am Tag den Kopf über Scheiss zerbrechen. Aber ich hab keine Ahnung wie.
Letzten Freitag war eigentlich geplant, für ein Wochenende nach Hause zu fliegen. Natürlich hats nicht geklappt. Stand um 19 Uhr in der Warteschlange und hab um halb Elf eingecheckt. Um halb 12 dann die freundliche Nachricht, dass wir nicht fliegen können, wegen 00 Uhr-Regel und blah.
Wenigstens liessen mich meine Schlangesteh-Leidensgenossen wieder meinen alten Platz in der Kolonne, die auch um 23.30 noch nicht am Umbuchschalter waren, einnehmen und so dauerte es, glaube ich, noch eine halbe Stunde, bis wir endlich ankamen. Ich habe mein Geld zurückverlangt.
Und der Spass an der ganzen Sache ist: Ich will Donnerstag wieder nach Hause in die Schweiz fliegen. Nur siehts im Moment auch nicht besser aus als Freitag. Angst!
Wenn wir grad so schön am jammern sind: Berliner haben keine Ahnung von Schnee! So.
7 Kommentare bis jetzt
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Ach kleene …. wat soll ich sagen.
Was die Ämter angeht, Willkommen in Deutschland, was Deutsche und was den Schnee angeht, zumindest alles nördlich von Nürnberg, die haben alle keine Anhung von Schnee ist schon lustig irgenwie jeden morgen anzuschauen wie die alle so schleichen (ich komme ja aus einer ecke die fast an der küste liegt)
KOPF HOCH, das wird schon wieder
*nen Paket übereich mit guter laune, denn davon habe ich atm eine menge*
MfG
das Blondman
ps ich LIEBE Schnee
Kommentar von Blondman 21. Dezember 2010 @ 12:51Blondie!
Freut mich, dass es dir gut geht! Ein bisschen von deiner Laune wäre ne gute Sache
Adresse fürs Paket: Franzi im Prenzlauer Berg
In der Schweiz soll der Schnee ja schonwieder weggeregnet worden sein… pfüüüh.
Kommentar von shanghaipaperwings 22. Dezember 2010 @ 04:53Paket ist unterwegs mit nem 40tonner
denke mal du kannst so viel gute laune gut gebrauchen
und keine angst ich habe selbst dann noch geung momentan
und nun kopf hoch, wenn man unten ist kann es nur noch aufwärts gehen
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch
Kommentar von Blondman 23. Dezember 2010 @ 06:31hehe… n 40tonner rutscht bestimmt auch ned auf den strassen, weil der so schwer ist
warum hast du sooo gute laune? da wird man direkt neugierig!
ich denke, hier wirds auch laaaangsam wieder…
dir auch frohe weihnachten und ein noch froheres neues jahr
Kommentar von shanghaipaperwings 23. Dezember 2010 @ 19:11… Zumindest haben Berliner (im Gegensatz zu Bonnern) keine Ahnung, wie man Schnee halbwegs gewinnbringend räumt. Die letzten Wochen waren eine einzige Rutschpartie …
(Aber als Schweizerin hast Du sicherlich noch einen anderen Blick auf solche Sachen und lachst Dich darüber kaputt, wie wir uns hier in Deutschland vom Winter aus der Bahn werfen lassen …)
Liebe Grüße
Kommentar von Sven 21. Dezember 2010 @ 19:52Sven (der auch – studienbedingt – in Berlin im Exil ist)
Hey Sven
Wohoo.. noch ein Leidensgenosse!
Also teilweise hast du schon recht… Je nach Laune amüsier ich mich drüber aber morgens ist es manchmal ein bisschen schwer die Auswirkungen des Schnees zu ertragen…bzw die Menschen um einen herum
In der vollgestopften Strassenbahn sind die meisten Menschen nämlich mit ihrem Mund genau auf/über meiner Nasenhöhe… …*sterb*
Grüsse zurück!
Kommentar von shanghaipaperwings 22. Dezember 2010 @ 04:50machst du dein icq an dann wirst du es sehen/lesen …. nix für die breite öffentlichkeit ^^
Kommentar von Blondman 24. Dezember 2010 @ 06:04