Phuuuu, heut ist der letzte Tag in Chongqing und ich wollt eigentlich nicht mehr gross was machen, aber hab mich dann entschieden, nochmal was essen zu gehn.
Hatte so richtig Lust auf Spiesschen und mich dann an einem Stand bedient, wo man welche auswählen konnte. Die wurden dann nicht gegrillt, sondern kurz in eine Flüssigkeit reingetunkt und dann ins Scharfe rein. Natürlich wollt ichs mal scharf probieren.

Stellte sich aber im Nachhinein als Fehler raus. Die ersten paar Bissen schmeckten eigentlich ganz in Ordnung aber irgendwann fing mein Mund so komisch an zu brennen. Keine Ahnung, ob das jetzt meine erste Sichuan Pfeffer Erfahrung war oder ob da so viel Glutamat drin war, dass es mir die Kauleiste wegbrannte! Ich tippe auf Ersteres.. Ganz komische Schärfe… Nicht so, wie bei Chili dieses feurige, sondern ein fieses Surren in der Lippe.
Hat mir überhaupt nicht zugesagt. Hab mir darauf erstmal Dan Dan Nudeln geholt, dies dann aber auch nicht besser gemacht haben. Also so insgesamt kann ich sagen, dass der Hotpot (MJAMJAMJAM Tofuhaut (schöne Grüsse an Pete:D)) und die fetten Glasnudeln mit der Ölsauce klar und deutlich gewonnen haben. Die beiden Sachen haben klasse geschmeckt!
Bin aber froh, bald wieder in Shanghai zu sein. Ich kann zwar schon teilweise einschätzen, was ich bestelle, aber meine Zeichenkenntnisse sind im Moment so Limitiert, dass es einfach viel Hilfreicher (und besser für meine Linie
) ist, auf etwas zu zeigen und zu sagen “das da 1 Mal”.
Grad sitz ich bei Schdarbacks und versuche im Internet zu surfen. Man muss über die Chinamobile Nummer connecten. “Bitte geben sie die 11-Stellige Nummer ein.” … Aha, meine hat aber 12, ihr Lustigen.
Netterweise hat mir eine Amerikanerin ihre gegeben. Allerdings funktionieren Gesichtsbuch und WordPress, sowie alles andere ausser Baidu, die chinesische Suchmaschine, trotz VPN trotzdem ned.
Tja, aber _ein_ Erfolgserlebnis hatt ich heute: Hab das bisher tollste Foto geschossen! ![]()
Zwischen zwei dreispurigen Strassen gibts diese Meihua Bäumchen, die mir so gefallen. Hab mich heut todesmutig in die Mitte gestellt und die fotografiert. Wunderschöööön!

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Also ich bin nicht so ganz sicher, was ich vom heutigen Tag halten soll.
Hab glaub das erste Mal nen Chinakoller. Es ist eigentlich ziemlich cool hier in Chongqing ABER würden die Leute sich doch bloss nicht so über Ausländer wundern.
Am Anfang wars mir ja auch echt egal und ich fands auch amüsant, dass die Chinesen (wenn ich recht überlege, betrifft das nur Männer zwischen, sagen wir mal, 35 und 60… Frauen machen sowas nicht.) mit ihrem bekannten “HÄLLÄÄÄU” an einem vorbeigehen und sich lustig finden.
Heut ist es mir einfach zuviel.
Dann noch der Knackpunkt, als ich in einem Restaurant sass und so eine komische Tussi “heimlich” mit ihrem Handy ein Bild machen wollte. Ich hab sie angeguckt und den Kopf geschüttelt aber ich glaube ja nicht, dass es geholfen hat. Deswegen hab ich dann mein Gesicht in meine Hände vergraben. Es erinnerte mich einfach zu sehr an meinen ersten Shanghai Besuch 2006. Da war mein Äusseres ja noch ein wenig anders. Ich fühlte mich zurückversetzt.
Das, was mich, glaub ich, heute so stört ist, dass man einfach nie, nie, nie unbeobachtet ist. Man kauft sich etwas zu Essen auf der Strasse und es gibt einfach keine Ecke, wo keiner guckt. Vielleicht wäre es ja einfacher, man würde eher verstehen, was die so besprechen, nachdem sie die Langnase beobachtet haben. Andererseits kann es mir ja auch egal sein, ob vielleicht schlecht über mich geredet wird. Fällt mir jedenfalls in Deutschland leichter, als in China.
Eine andere schräge Situation erlebte ich im Carrefour. Hab einige Dinge eingekauft und wieder einen Kassenzettel gekriegt. Kaum war ich einen halben Meter von der Kasse entfernt, kam einer an und hat mich irgendwie vollgelabert und wollte den Zettel haben. Der wollte sogar an meine Umhängetasche ran.
Der ältere Mann von gestern stand auch wieder da und ich wusste gleich worums geht. Bei Carrefour gibts im Moment so eine Aktion, wo man bei einem Einkauf über 100 Kuai (glaub) an einem Stand sich spezielle Artikel (z.B. Shampoo oder eine Kiste Erdbeermilch) für einen minimalen Aufpreis von 5 Kuai kaufen kann.
Gestern hatte ich einen Grosseinkauf und der alte Mann begleitete mich zu dem Stand, obwohl ich erst nichts kapierte. Naja, was wollte ich mit ner Kiste voll Erdbeermilch? Dann hab ich ihn halt 5 RMB bezahlen lassen und er konnte sich darüber freuen. Der wird bestimmt nicht sehr viel Geld verdienen. Drum wars mir egal, ob ers für sich nimmt.
Jedenfalls meinte ich dann zu dem fuchtelnden Typen, dass ich, wenn überhaupt, den Zettel dem alten Mann geben will (nachdem ihn beide in Stücke gerissen hatten). Tja, Pech gehabt, wa? War aber ein zu niedriger Betrag. Somit hats eh nix gebracht.
Daraufhin setzte ich mich draussen erstmal auf mein lieblings Plätzchen. Dort bleibt man zumindest fast unbeobachtet und es tut ganz gut, auch mal Pause zu machen.

Weiss nun gar nicht, ob ich morgen noch gross was machen will. Vielleicht geh ich erst Nachts raus. Nachts sind alle Katzen grau. Wisst ihr ja bestimmt.
Um doch noch was positives loszuwerden: Ich mag diese älteren, chinesischen Muttchen. Die sind immer so lieb, wollen einem bei allem helfen und sprechen auch ganz langsam und deutlich. Voll drollig! So eine will ich mit nach Hause nehmen.
Schon mal vorab: Verrückter Tag heut!
Also ich wusste ja eigentlich nicht, worauf ich mich einlasse, als ich Chongqing gebucht hab. Oke, dacht ich mir, es liegt im Westen (den ich noch nicht gesehen hab), ist gross, es gibt ÖV und Taxis und kostet nicht viel.
Mit China Eastern gings mit Verspätung los. Hab immerhin fast den ganzen Flug verpennt, weil ich so früh raus musste. Der Taxifahrer zum Hongqiao Flughafen war übrigens sehr unterhaltsam und er hat mir auch gleich gesagt, dass Chongqing zwar für seinen Hotpot berühmt wäre, aber wenn man allein unterwegs sei, das nicht so einfach wäre und man mindestens zwei Personen dafür bräuchte. Na toll, gleich mal meine Hoffnung auf die allseits beliebte Köstlichkeit kaputtgeredet.
Hab mir in Chongqing dann noch mal ein Taxi zum Hostel genommen und war ziemlich schockiert, dass Smog solche Ausmasse annehmen kann! Musste sofort anfangen zu husten. Ob das jetzt wirklich von der Luft kam oder einfach nur dadurch, dass ich mir vorgestellt hab, wie viel Dreck da rumschwirrt, weiss ich nicht.

Im Hostel hab ich mir direkt mal ein Upgrade verpasst. Einzelzimmer oleee oleee! Für 9 Euro pro Nacht kann man sich das ja mal leisten. Allerdings ist das Bad nicht inbegriffen. Macht aber nichts.
Kurz ausgeruht, machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Stadtmitte. Auf Google-Earth ist ja wohl auch kein Verlass mehr. Ich musste nämlich die ganze Zeit Treppen steigen! Das sah auf der Karte ganz anders aus! Dazu muss man sagen, dass es hier mindestens 23 Grad sind und die Luft ungewohnt feucht. Anstrengung ist also angesagt! Überhaupt kein Vergleich zu Shanghai also.

Mit der Handgezeichneten Karte vom Hostel und leicht angeschwitzt, versuchte ich den Carrefour zu finden, um mir einige Sachen, die ich in Shanghai gelassen hatte (weil nur Handgepäck) zu kaufen, um mich dann endlich wieder wohler zu fühlen. Also Shampoo und so Kram.
Nach getaner Arbeit schlenderte ich durch die Strassen und hatte etwas Hunger. Am taktisch klügsten ist es, wenn man sich umschaut und sich dort hinbegibt, wo die meisten Leute anstehen. Dann ist es mit Sicherheit essbar. Es gab Riesenglasnudeln mit Fleisch und Nüssen und Kräutern und irgendsone Ölsauce. Die nette Tante vom Stand hat extra noch gefragt, ob ichs scharf will – „ein kleines, kleines Bisschen.“ Da hatse gelacht. Geschmeckt hats jedenfalls!

Ich setzte mich irgendwo anders hin und da die Chongqinger wohl nicht so an Ausländer gewöhnt sind, hab ich mich angefangen mit einem zu unterhalten, der mich irgendwie anstubste, nachdem er gecheckt hat, dass ich ein paar Brocken Chinesisch kann.
Es stellte sich heraus, dass er vorher noch nie mit einem „Laowai“ (chinesischer Spitzname für Ausländer) geredet hat. Naja, wie denn auch, wenn beide keine Sprache gemeinsam haben.
Wir haben uns selbstverständlich erst mal über Uhren unterhalten. Dann über andere Dinge und irgendwann hatte ich plötzlich eine Einladung zum Hotpot essen gehen. Die anderen Chinesen, die sich angeregt mit uns unterhalten haben, waren ziemlich von der Idee angetan. Ich wusste erst nicht, ob ich mich darauf einlassen soll. Allerdings dachte ich mir dann, wenn die eine, die wenig Englisch konnte und ihre Freunde mitkommen, das schon gehen würde.
Tja, wie heisst es so schön: No risk, no fun. Wie damals in Shanghai, als ich mich plötzlich an einem chinesischen Kindergeburtstag wieder fand. Sehr spannend.
Ich achtete peinlich genau darauf, dass ich mir den Weg merkte. Nicht, dass wir dann irgendwo in der Gosse landen und mir meine Leber ausgebaut wird. Nein, nur ein Schähäärz.
Man muss ja nicht immer das Schlechteste erwarten. Dies wurde mir wieder einmal bewusst.
So sassen wir zu Acht – drei ältere Männer (Väter von drei der vier Jüngeren) und fünf junge Leute an einem grossen Tisch und ich wusste nicht wie mir geschieht. Ganz absurde Situation.
Das Essen war Gross-art-ig! Absolut lecker! Nicht zu scharf, ganz viele verschiedene Sachen zum probieren und eine Runde lustiger Chinesen. Dank „Grace“, der einen Chinesin, die etwas Englisch konnte, tasteten wir uns so ein bisschen in fremde Gefilde hervor (von beiden Seiten). So sass ein schüchterner Westler zusammen mit ein bisschen schüchternen Chinesen da.
Hab sogar Pilze gegessen. Wer mich kennt, weiss wieviel Überwindung mich das gekostet hat.
Ausserdem gab es kleine Würstchen, Kartoffelscheiben, Rindfleisch, Kürbis, Koriander und ein paar andere undefinierbare Dinge. Das non plus ultra war die Tofuhaut. Uhaaa, sowas deliziöses!

Nach einem ausgiebigen Mahl und einer Fotosession verabschiedeten wir uns und es war wohl eine Win-Win Situation für sie und für mich.
Und so gingen alle zufrieden nach Hause ![]()

(Einer fehlt auf dem Foto)
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Noch 18 Tage bis es endlich, ENDLICH los geht!
Kaum zu glauben irgendwie. Nun wart ich doch schon seit ner halben Ewigkeit drauf und dann ists plötzlich so weit. Es sind zwar nur 3 Wochen Urlaub, aber es ist irgendwie trotzdem wie ein “Homecoming”.
Hatte ja eigentlich vor, nicht die ganzen 22 Tage in Shanghai zu verbringen, und wollt mir ja eigentlich Lijiang oder sowas ansehen. Allerdings wär die Zeit dafür viel zu kurz gewesen.
Hab dieses Wochenende noch mal ein bisschen recherchiert und mich dazu entschieden nach Chongqing zu fliegen. 4 Tage reichen da hoffentlich aus. Die Stadt hat noch mehr Einwohner als Shanghai. Genauer gesagt 28,8 Millionen! Laut Wiki ist Shanghai allerdings auch schon bei 23 mio. angekommen. Krasser Scheiss! Vorallem wenn man die Fläche der beiden Städte vergleicht.
Chongqing hat 82.401 km² und Shanghai 6.340,5 km².
Nun, Chongqing hat mich schlussendlich durch seine abwechslungsreiche Umgebung überzeugt. Es scheint wohl hügelig zu sein, liegt direkt am Yangtze Fluss, hat alte und neue Gegenden und ist, so wies aussieht, verkehrstechnisch nicht schlecht ausgestattet.
Ein anderes Highlight heute war die Schlachtung meines Sparschweins. Eigentlich wollt ich die Scheine aus dem Loch “rausknübeln” (Schweizlizismen dazwischen sind garned mal so schlecht), aber irgendwann taten mir die Finger weh und ich wär jetzt noch nicht fertig damit. So gabs nur noch eine Möglichkeit: Die Hammertechnik. Eigentlich ist das doch sowieso der Traum eines jeden, sowas mal zu machen, oder?

Hab das Geld zusammengezählt und mir fehlten plötzlich 140 Euro entgegen meiner Excelberechnung. Ich konnte mir überhaupt nicht erklären, wo das Geld hingekommen war und schob die Sache auf meine nicht vorhandenen Matheskills. So ging ich zur Bank, überwies meinen temporär zu Papier gewordenen Reichtum und überwies den Betrag zu Hause sofort auf mein Tagesgeldkonto. Als ich mich einloggte, war da plötzlich ein ziemlich grosser Betrag, von dem ich nicht mehr wusste, dass er da schon drauf war (ich lege jeden Monat einige Euros zur Seite). Nun.. ich hab jetzt mehr Kohle als überhaupt berechnet. Haha!
Das heisst also schonmal, dass ich nicht knausern muss und das ist schon sehr beruhigend.
So, es ist Zeit, sich mal ein wenig Infos über Chongqing anzueignen.
Bis baldigst!