Suzhou Bilder sind oben!
http://german-bash.org/~boardy/gallery/main.php?g2_itemId=504
Und hier noch einmal eine Erhu Session:
http://german-bash.org/~boardy/blog/Streetmusic_091013.wav
Wieder da von Suzhou!
Es ist wirklich speziell mit dem Zug unterwegs zu sein. Mamamia! Die Leute werden hier erst kurz vor Zugeinfahrt aufs Perron gelassen. Das bedeutet Chaos hoch 200!
In Shanghai gehts ja noch einigermassen, aber in Suzhou wars echt höllisch! Dazu aber später mehr.
Am Freitag reisten Adrian und ich alleine nach Suzhou, weil Till mit dem Taxi zur Shanghai Railwaystation unterwegs war und prompt mal schön in die Rushhour reingekommen ist. Er hat den Zug dann um 5 Minuten verpasst.
Wir haben für die Hinfahrt 31 RMB bezahlt (3.10 Euro) für ein Erstklassticket. Die Fahrt in die Stadt dauerte 40 Minuten und war ganz gemütlich eigentlich. Bis dann der Stress wieder losging. Die Leute stehen 15 Minuten früher auf, damit sie ja aus dem Zug rauskommen! In der Schweiz (S12 lässt grüssen) macht man das wenigstens erst 5 Minuten vorher.. Es ist halt auch stressig, weil man nicht mitbekommt, wieviel Zeit man zum Aus- oder Einsteigen hat, wenn man kein Chinesisch versteht.
Kaum waren wir aus dem Bahnhof draussen, kamen schon die ersten Leute an, vonwegen “Aah wo wollt ihr hin, ich habn Taxi, wollt ihr ne Karte von Suzhou” blabla, blabla. Wir haben dann irgendwann ein richtiges Taxi bekommen.
Die Jugendherberge (Watertown Hostel) sah echt gediegen aus und wir hatten auch ein tolles Zimmer für drei Leute. Das einzige was wirklich gestört hat, waren die lästigen Mücken. Der Innenhof des Hostels war gemütlich gestaltet und es war eine ruhige Gegend! Der Haushund war sogar ziemlich vertrauenserweckend, sogar für mich..
Adrian und ich spazierten etwas später durch die Stadt und merkten, dass da nach 22 Uhr echt nichts mehr los ist. Oder wir waren einfach nur am falschen Ort (?). Es war jedenfalls die “Hauptstrasse” Renminlu.
Suzhou ist schon ziemlich flach. Es gibt kaum Hochhäuser, ausser dort, wo halt die ganzen Firmen ihre Sitze haben, was aber nicht im Stadtkern gelegen ist. Es gibt ne menge Häuser die noch so traditionelle Dächer haben, die mit den “geschwungenen Ecken”. Wir trotteten noch durch einen kleinen Strassenmarkt und entdeckten mehrere Leute, die Hundebabies verkauften und ich konnte natürlich nicht anders, als hin zu gehen und die zu streicheln. Hätt sie am liebsten alle mitgenommen!
Am Samstag haben wir Till vom Bahnhof abgeholt und uns dann zum etwa 7km entfernten Tiger Hill aufgemacht. Das ist ein kleiner Hügel mit einer grossen, alten Pagode drauf. Auch schiefer Turm genannt. Perfekt war der Zeitpunkt an dem wir angekommen sind, weil dort so eine Parade mit vielen Akrobaten statt fand. Der Turm auf der kleinen “Erhebung”, Hügel ist eigentlich das falsche Wort, ist sehr eindrücklich, weil er so alt ist. Die Luft war auch schon ganz anders.
In Suzhou atmet man eine Menge Abgase ein, weil man viele Wege mit dem Taxi fährt, da die ja keine U-Bahn haben.
Unten wieder angekommen, haben wir eine Bootsfahrt durch die Kanäle gemacht. Die Leute wohnen da in ihren kleinen, alten Häuschen und waschen ihre Wäsche wohl auch dort im Fluss. Die Gegend und die Leute machten einen zufriedenen Eindruck, obwohl die Häuser nicht sehr neu waren. Erstaunlicherweise sieht man in Suzhou (fast?) keine solchen verlotterten Hütten, wie hier in Shanghai.
Eins der grossen Highlights passierte am Abend. Wir spazierten wieder einmal herum, als Adrian und Till plötzlich eine German-Sausage Hütte entdeckten! WURST! Wie ich richtige Wurst hier vermisse, ohje! Haben uns gleich mal etwas bestellt. Die Thüringer Bratwurst schmeckte ganz gut und ich glaube ja fast, dass man dafür bestraft wird, wenn man sich zwischendurch mal westliches Essen gönnt! Die Verdauung rächt sich jedes mal…
(Wie ihr vielleicht merkt, fällts mir schwer, alles zu erzählen, was ich erlebt hab. Es waren wohl etwas viele Infos für mein Hirn die Tage. Ich geb aber mein Bestes..)
Am Sonntag haben wirs ziemlich easy genommen. Bis 10 Uhr geschlafen und danach unser Zeug, was wir in der Jugendherberge deponieren durften, gepackt. Wir haben uns auf der Landkarte einen Ort ausgesucht und uns ein Taxi genommen. Die Wahl traf auf einen See, von dem wir hofften, dass er schön ist. Gottseidank wars dann auch so. Er Lag in der wohl eher aufstrebenden Gegend, etwas ausserhalb des Stadtkerns. Als erstes haben wir uns dann gleich mal auf die Wiese gelegt und ein Nickerchen gemacht. Das hatte schon ein bisschen was von zu Hause. Es gab erstaunlich viel Grün rund um den See, nur das Wasser war irgendwie braun. Man konnte durch den Smog noch ein paar besondere Gebäude am anderen Ufer erkennen, wie zum Beispiel ein chinesisches palastähnliches Gebäude und ein grosses Riesenrad. Das zu benutzen wär bestimmt cool gewesen!
Ein paar Stunden und etliche Spazierschritte später haben wir ein Taxi erwischt und sind zurück zum Hostel gefahren, wo wir uns dann schliesslich auf den Heimweg gemacht haben. Dass uns dann doch noch ziemliche Äktschen erwarten würde, hätten wir wohl nicht gedacht.
Am Bahnhof warteten oben schon hunderte von Menschen auf unseren Zug. Ganz viele standen schon in einer Kolonne vor dem Einlass und es war heiss! Die Bahn hatte 30 Min Verspätung und als das Tor zum Bahnsteig geöffnet wurde, gings erst recht los. Die Menschen drückten nur so darauf los! So habe ich es bisher nur an Punkrock Konzerten erlebt – zum Glück. War also nichts Neues für mich und mit dem Gedanken, dass mir viele Chinesen körperlich unterlegen sind, habe ich mich dann mitquetschen lassen. Ging eigentlich ganz gut und ohne Reisetasche hätts sogar irgendwie Spass gemacht. Alle hatten wohl Panik, den Zug nicht mehr zu erwischen und so gings dann auch weiter als dieser einfuhr. Theoretisch hat ja jeder seinen Sitzplatz.
Erschöpft kamen wir in Shanghai an und ich war froh, wieder hier zu sein. Es geht alles etwas einfacher.
Nächstes Mal nehm ich das Flugzeug zum reisen
Achja, Fotos gibts hoffentlich heute Abend. Konnte sie noch nicht raufladen.
Edit: Mir ist grad noch was schlimmes wieder eingefallen! Als wir Sonntag nach unserem McDonaldsbesuch ein Taxi nehmen wollten, sahen wir von etwas weiter weg einen Typ auf dem Boden knien. Er beugte sich immerwieder nach vorne und es sah aus, als würde er beten. Dann sah ich aber dass er Blut auf dem Arm hatte und realisierte erst, dass er seinen Kopf rhythmisch auf den Boden schlug! Sowas abgefahrenes, schockierendes hab ich hier wirklich noch nicht gesehen. Zum Glück war das etwas weiter weg. Schrecklich!